Ist meine Uhr mach dem Öffnen noch wasserdicht?

Dienstag, 15. Juli 2008 | Autor:

Grundsätzlich ja, sofern sie es zuvor auch war. So heißt die korrekte Antwort, an die man ergänzend noch anfügen müsste, es kommt auch darauf an, ob in das Gehäuse nicht nur im gerade getragenen Zustand kein Wasser eindringen konnte, sondern auch nachdem der Deckel entfernt und wieder aufgesetzt wurde. Durch das Tragen einer Uhr am Handgelenk sammelt sich am Gehäuse und am Armband ein (je nach Dauer des Tragens) dünner bis dickerer Film aus Talkum und Hautpartikeln, die sich täglich von der Haut absondern und sich in alle Zwischenräume des Uhrgehäuses setzten. Folglich legt sich dieser Film auch in alle Fugen zwischen Deckel und Gehäuse sowie um die Krone. Diese Schicht dichtet wie eine Fugenmasse die Gehäuseöffnungen zusätzlich ab. Wenn man den Deckel einer Uhr entfernt, wird diese Schicht natürlich ebenfalls entfernt und ist beim Wiederaufsetzen durchbrochen. Folglich kann ein solches Gehäuse, das nicht darüber hinaus über ein intaktes Dichtungssystem verfügt, nach dem Öffnen des Gehäuses und dem Entfernen des Belages anschließend undicht sein.

Warum lässt man diesen Belag nicht einfach am Gehäuse und entfernt ihn nicht, wird sich der eine oder andere denken; es ist aber nicht möglich, den Deckel wieder genauso aufzusetzen, dass keines dieser Schmutzpartikel, denn aus nichts anderem besteht diese Schicht, zwischen Gehäuse, Dichtung und Deckel kommt. Das ist genau so wie bei den Steinplatten, die eingesäumt von Kies oder Sand auf einer Terrasse verlegt sind. Nehmen Sie eine der Platten heraus und versuchen Sie, diese in dieselbe Lücke wieder einzusetzen, ohne dass ein Kieselsteinchen oder Sandkörner unter die Platte rutschen. Die Platte wird selbst bei sorgfältigster Arbeit nicht wieder flach auf dem Untergrund liegen, sondern höher aus dem Weg hervorstehen als vor dem Anheben. Um sie wieder flach auf die Unterlage platzieren zu können, muss die gesamte Menge Kies oder Sand um die Platte zunächst entfernt werden, die Platte kann so neu platziert werden und liegt sauber an. Genau so muss der Uhrmacher den Gehäuseboden vor dem Wiederbefestigen reinigen, da sonst die Gefahr besteht, dass Schmutzpartikel zwischen Gehäuse und Deckel kommen und so zu einem Leck führen.

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Wie muss eine wasserdichte Uhr beschaffen sein?

Dienstag, 15. Juli 2008 | Autor:

Nicht nur die Dichtungen und die Angabe auf dem Garantieschein sind für eine dauerhaft wasserdichte Uhr entscheidend, sondern vor allem die Gehäuseausführung. Ist eine Armbanduhr rechteckig, hat ein Lederband und eine kleine, zierliche Krone, ist sie mit Sicherheit nicht für Wasserkontakt geeignet, egal was die Herstellerangaben versprechen. Eckige Uhrgehäuse lassen sich nicht zuverlässig und dauerhaft abdichten. Kleine, zierliche Kronen, wie sie an Damen- oder eleganten Herrenuhren üblich sind, bieten nicht den nötigen Schutz gegen Verformung durch Stöße und sind im allgemeinen zu empfindlich, um Wasser dauerhaft auszusperren. Im übrigen sind Uhren mit Lederbändern schon wegen des Armbandes nicht zum oder zum Kontakt mit Wasser geeignet. Eine dauerhaft wasserdichte Uhr braucht ein solides Edelstahlgehäuse, welches aus einem Block gefertigt ist. Es sollte einen verschraubten Gehäuseboden, zumindest aber einen mit einer Santil-Dichtung (stabiler, farbiger Kunststoffring, der Gehäuse und Deckel dicht verbindet) versehenen Boden haben. Weiterhin sollte das Glas mit einer Kunststoffdichtung in das Gehäuse gepresst sein und nicht über den Gehäuserand hinausstehen (bei gewölbten Gläsern sollte der Glasrand nicht überstehen). Das Uhrglas sollte so dick beschaffen sein, dass es den auftretenden Druck ohne Bruch oder Risse übersteht. Die Krone sollte am besten verschraubt sein, wenn möglich auch mit seitlichem Flankenschutz gegen Verformung durch Stöße gesichert sein. Auch Gehäuse aus Kunststoff können großem Wasserdruck standhalten, wenn das Gehäuse entsprechend formstabil ausgeführt ist. Gerade robuste Digital-Uhren (CASIO G-Shock) oder verschweißte Uhrgehäuse mit nur zwei Öffnungen für Stellwelle und Batterie (SWATCH) sind gegen Wasser hervorragend abgedichtet. Dabei gilt aber, dass das Gehäuse an keiner Stelle beschädigt sein darf und die Dichtungen sowie die Gehäuserückseite beim Batteriewechsel sorgfältig gereinigt und gefettet werden müssen, um die Uhr wieder einwandfrei zu dichten.

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