Alter als Kriterium für Marke und Werbung

Donnerstag, 17. Juli 2008 | Autor:

Alter als Kriterium für Marke und Werbung

10, 20, 50, 80 Jahre alt. Altersunterschiede bestimmen das Leben. Nicht nur, dass wir uns im Alter etwas langsamer bewegen, schlechter sehen und einen Sitzplatz in öffentlichen Verkehrsmitteln beanspruchen. Wir nehmen auch viele Dinge ganz anders wahr.
Um Ihnen einen kurzen Einblick in die Veränderungen des Alters zu ermöglichen, habe ich mir zwei Gesichtspunkte herausgesucht. Der erste beschreibt die Lebenserfahrung. Andrea R., 68 Jahre, 3 Kinder, war 3 mal verheiratet, immer Hausfrau. Sie sieht die Welt ganz bestimmt anders als Sie mit vielleicht 25 Jahren. Für Sie steht die Welt offen, Sie haben Ideen und sind hoffendlich noch nicht so gezeichnet durch das Leben wie unsere Andrea. Es sind die Lebensumstände, die Lebensabschnitte, die einen Menschen prägen und sich bei vielen ähneln. Das Alter ist ein gutes Kriterium Ihre Zielgruppe zu differenzieren. Gehören Sie nicht in das Alter Ihrer Zielgruppe, sollten Sie sich mit Angehörigen dieser Gruppe  zusammenfinden, um ihre Lebensweise zu studieren.

Der zweite Gesichtspunkt betrifft die Veränderungen der Neurologie. Wenn Sie mit 10 Jahre noch wissbegierig sind, nach jedem Reiz Ihrer Umwelt haschen und ihn versuchen einzuordnen, Ihre Eltern nerven mit “Mama, warum ist das so?”, so geschieht im zunehmenden Alter vieles unbewusst. Sie besitzen eingefahrene Automatisierungsmechanismen und reagieren zunehmend weniger auf neue Reize. Die Zielgruppe 50+ ist nicht umsonst die schwierigste der Werbung.

Michael Proksch
Ihr Spezialist für Kundenpsychologie

Thema: Marketing | Kommentare geschlossen

Zielgruppen beißen sich

Montag, 14. Juli 2008 | Autor:

Zielgruppen beißen sich

Aufgrund der Verunsicherung, was das Thema Zielgruppe betrifft, möchte ich Ihnen und meinen Seminarteilnehmern noch ein paar Anregungen auf den Weg geben.

Lassen Sie mich ein Beispiel aus zweierlei Perspektive ansprechen:
Stellen Sie sich vor Andreas W. 65 Jahre alt, gerade in Rente gegangen, die Kinder sind aus dem Haus, er sucht nach einem Hobby, welches Ihm einen Sinn für einen geregelten Tagesablauf beschert. Er plant den Weg in ein , um etwas für seine Motivation und Gesundheit zu tun.

Sie sind die/der Geschäftsführer/-in eines Fitnessstudios namens “Family In”. Sie haben diesen Namen und Ihre Angebote so gewählt, dass Sie alles bieten können, von Kinderfitness mit Betreuung über den ganzen Tag hinweg, über Müttertraining bis zu einem extra Rentnertarif für unseren Anreas W.

Was Sie allerdings nicht bedacht haben, dass Ihre Rentner nicht in einer Stunde fertig sind, sondern das Studio im Gegensatz zu vielen anderen Besuchern jüngeren Alters, als eine tagesfüllende Aufgabe ansehen. Sie verbringen also 2-3 Stunden an Geräten, beim Schwatz mit Altersgenossen und belegen ewig Ihre Sauna. Zahlen aber regelmäßig, sind genügsam und bringen mit. Diese möchten aber kein Kindergeschrei, getobe und getöse, ständig verstellte Fitnessgeräte und sicherlich keine Mütter, die rufen “Hansi, das gehört nicht dir, lass das liegen!”

Die Konsequenz besteht darin, dass Ihre sowieso viel zu wenigen Mütter, die das Angebot der Ganztagsbetreuung finanziell gar nicht tragen können, Ihre viel wichtigere und finanzkräftigere Zielgruppe der Rentner verjagen.

Sehen Sie es nicht als Nachteil sich für eine Zielgruppe zu entscheiden. Sie wissen fortan, wer Ihr Kunde ist! Sie können auf die Bedürfnisse dieses eingehen, sparen Kosten bei der , da Sie zielgenau Ihren potentiellen Kunden ansprechen. Die genaue Kenntnis der Zielgruppe birgt also viele, auch finanzielle, Vorteile!

Michael Proksch
Ihr Spezialist für

Thema: Allgemeines, Marketing | Beitrag kommentieren